Bakur: „Anti-Terror“-Verhaftungen und weitere Festnahmen

In Nordkurdistan vergeht kein Tag, ohne dass Menschen aus Opposition und Zivilgesellschaft unter die Walze der Erdoğan‘schen Repressionsmaschine geraten. In Farqîn gab es drei Verhaftungen, in Semsûr wurde ein Lokalpolitiker festgenommen.

In Nordkurdistan vergeht kein Tag, ohne dass Menschen aus dem Umfeld der demokratischen Opposition und Zivilgesellschaft unter die Walze der Erdoğan‘schen Repressionsmaschine geraten. In der Kreisstadt Farqîn (tr. Silvan) sind am Montag drei junge Männer verhaftet und an ein Hochsicherheitsgefängnis in der Provinzhauptstadt Amed (Diyarbakır) überstellt worden. Als Begründung dient der übliche Vorwurf: „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“.

Bei den verhafteten Personen handelt es sich um Murat Aslan, Selman Aktaş und Cihan Almaz. Sie waren am vergangenen Freitag von der türkischen Antiterrorpolizei in Farqîn festgenommen worden. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Oberstaatsanwaltschaft Diyarbakır gegen „helfende Hände” der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Einzelheiten zu den konkreten Verdächtigungen gegen die Inhaftierten gab die Behörde nicht bekannt. Weitere zwei Personen aus Farqîn, die im Zuge desselben Verfahrens festgenommen wurden, kamen nach einem staatsanwaltlichen Verhör wieder auf freien Fuß.

Festnahmen in Semsûr

Auch in der Provinz Semsûr (Adıyaman) schlug der staatliche Repressionsapparat zu. Dort wurden am Morgen drei Personen von der Gendarmerie festgenommen, darunter eine Frau. Das Vorgehen fand ebenfalls unter dem Deckmantel der „Terrorbekämpfung“ statt. In Gewahrsam befinden sich auch der kurdische Lokalpolitiker Aziz Akdağ, der Ko-Vorsitzender des Provinzverbands der Partei DBP ist, und Mahmut Elçi, Vertreter des Vereins MEBYA-DER, der sich für Menschen einsetzt, die Angehörige im kurdischen Befreiungskampf verloren haben. Sie werden auf einer Wache der Militärpolizei festgehalten.