Angriff auf Militäroperation in Gever: Zwölf Tote

Im nordkurdischen Landkreis Gever ist eine türkische Militäroperation von der Guerilla angegriffen worden. Dabei wurden zwölf Soldaten getötet, darunter auch ein Oberleutnant. Drei HPG-Kämpfer sind bei den Gefechten gefallen.

Die Pressestelle der Volksverteidigungskräfte (Hêzên Parastina Gel, HPG) hat eine aktuelle Bilanz zum Kriegsgeschehen in Nord- und Südkurdistan veröffentlicht. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, dauert der Widerstand gegen die türkische Invasion im Guerillagebiet Heftanîn unvermindert an. Am Vortag fand unter anderem eine Aktionsserie von Scharfschützeneinheiten der HPG statt, wobei es zu toten Soldaten in den Kampfzonen Şeşdara, Pirbula, Tepê Koordine und Tepê Tunel kam. Die genaue Anzahl der Verluste in den Reihen der türkischen Armee ließ sich nicht sicher feststellen.

Hubschrauber beschossen

Am Montagabend wurde in Heftanîn die türkische Luftwaffe von der Guerilla angegriffen. Sowohl Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky als auch Cobra-Kampfhubschrauber, unter derem Schutz weitere Truppen abgeseilt werden sollten, wurden von zwei Seiten unter Beschuss gesetzt und beschädigt.

Bau von Militärstraße sabotiert

In der nordkurdischen Provinz Colemêrg (türk. Hakkari) wurde gestern der Bau einer Militärstraße im Landkreis Çelê (Çukurca) von den HPG sabotiert. Die Straße soll zwischen den Gipfeln Êrîş und Xeregol angelegt werden. Es handelt sich um einen strategischen Punkt, da die Region an die südkurdischen Medya-Verteidigungsgebiete grenzt. Bei dem Angriff wurde eine Baumaschine zerstört, der Wagenlenker – ein türkischer Soldat – kam dabei ums Leben.

Zwölf Soldaten in Gever getötet

Ebenfalls in Colemêrg, diesmal im Landkreis Gever (Yüksekova), ging die Guerilla gegen eine Militäroperation vor, die im Gebiet Mergezerê angelegt worden war. Der Angriff ereignete sich den HPG zufolge bereits am 19. Juli, die genauen Daten liegen erst jetzt vor. Wie es heißt, brachen nach dem ersten Beschuss auf die Operation heftige Gefechte aus, die zum Tod von zwölf Militärs führten, darunter auch ein Oberleutnant und ein Stabsunteroffizier. Drei HPG-Mitglieder, die „selbstlos bis zur letzten Kugel kämpften“, sind gefallen. Ihre Identitäten lauten wie folgt:

                         

Codename: Ahmet Cizre

Vor- und Nachname: Isa Eren

Geburtsort: Şirnex

Namen von Mutter und Vater: Rabia - Bahattin

Todestag und -ort: 19. Juli 2020 / Gever

 

 

Codename: Çekdar Zîlan

Vor- und Nachname: Fırat Erişen

Geburtsort: Wan

Namen von Mutter und Vater: Ferizde – Behçet

Todestag und -ort: 19. Juli 2020 / Gever

 

 

Codename: Simko Zerdeştî

Vor- und Nachname: Mahir Ediş

Geburtsort: Şirnex

Namen von Mutter und Vater: Züleyha – Rauf

Todestag und -ort: 19. Juli 2020 / Gever

 

Die HPG beschreiben die Guerillakämpfer Ahmet Cizre, Çekdar Zîlan und Simko Zerdeştî als „selbstlose Freunde“, die in den heißen Phasen des Krieges „unerbittlichen Widerstand gegen die Besatzer“ leisteten. „Damit stellten unsere drei Genossen sicher, dass der Kampf des kurdischen Volkes gegen die Kapitulationspolitik der faschistischen AKP/MHP-Regierung aufrechterhalten bleibt“. Die HPG bedauern den Verlust der Gefallenen und sprechen den Angehörigen ihr Beleid aus.

Zwei Kämpfer bei Luftangriff in Avaşîn gefallen

Wie es in der Stellungnahme abschließend heißt, sind am Montag zwei Guerillakämpfer bei einem türkischen Luftangriff auf die Region Avaşîn in Südkurdistan ums Leben gekommen. Der Luftschlag richtete sich gegen den Kartal-Gipfel in den Medya-Verteidigungsgebieten. Die Namen der Gefallenen lauten Tekoşer und Helmet. Ihre vollständigen Identitäten sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.