PDK fährt schwere Waffen an Grenze zu Rojava auf

Die südkurdische Regierungspartei PDK verstärkt ihre Truppen an der Grenze nach Rojava. Beim Grenzübergang Sêmalka werden Militärstellungen eingerichtet und schwere Waffen stationiert.

Die eng mit der Türkei kollaborierende südkurdische PDK-Regierung hat damit begonnen, an den Hängen bei Peşxabûr am Grenzübergang Sêmalka nach Rojava/Nordsyrien schwere Waffen zu stationieren und neue Kontroll- und Stützpunkte einzurichten. Die Truppenmassierung an der Grenze weckt die Sorge über einen möglichen gemeinsamen Angriff der Türkei und der PDK auf Rojava. Im Moment sieht es zunächst danach aus, als diene die Militarisierung vor allem dazu, die Grenzregion erneut koordiniert mit der Türkei unter ein Embargo zu stellen.


Bereits im Jahr 2014 hatte die PDK an der innerkurdischen Grenze zwischen Syrien und dem Irak tiefe Gräben ausheben lassen und ein scharfes Embargo über die selbstverwalteten Gebiete verhängt. Damit leistete die PDK gemeinsam mit der Türkei dem „Islamischen Staat” (IS) de facto Schützenhilfe. Die Bevölkerung protestierte damals heftig gegen das Embargo und Tausende kämpften in Aktionen zivilen Ungehorsams darum, die Gräben wieder zuzuschütten. Die PDK-Peschmerga eröffneten das Feuer auf die Menschen und erschossen in der Nacht vom 14. auf den 15. April den 32-jährigen Mevlit Hadschi Yunis, als er versuchte über die Grenze bei Sêmalka nach Südkurdistan zu gelangen. Viele Menschen wurden bei den Protesten durch Schüsse verletzt.

Die Abriegelung durch die PDK fand koordiniert mit der Türkei statt, die ebenfalls Gräben an der Grenze nach Nordkurdistan aushob. Anschließend wurde eine meterhohe, hunderte Kilometer lange Mauer errichtet, welche Nordkurdistan von Rojava trennen sollte. Die Aufrüstung der Grenze von Rojava nach Südkurdistan erinnert an das koordinierte Vorgehen zwischen PDK und Türkei 2014 und wirft die Frage nach einer neuen Invasion auf.