Paris: „Junge Frauen führen den Freiheitskampf an“

Am zweiten Tag der Weltjugendkonferenz „Youth Writing History“ in Paris haben die Teilnehmenden in Workshops über aktuelle Fragen und Handlungsstrategien diskutiert. Ein Schwerpunktthema war der Frauenbefreiungskampf.

Am zweiten Tag der Weltjugendkonferenz „Youth Writing History“ in Paris haben die rund 350 Teilnehmenden aus Asien, Afrika, Europa, Lateinamerika und dem Nahen und Mittleren Osten am Samstag in Workshops über viele verschiedene Themen diskutiert. Angeboten wurden unter anderem Diskussionsforen zu „Jugend und liberale Lebensweise“, „Mit Jin-Jiyan-Azadî zur Frauenrevolution“, „Die Jugend des Nahen und Mittleren Ostens im Dritten Weltkrieg“, „Probleme der Jugend in unterdrückten Nationen und indigenen Gemeinschaften“ sowie zu ökologischen Fragen, Faschismus, Militarismus, Bildung, Wirtschaft, Migration, Geschichte, Internationalismus und Freiheit. Abends fand ein Kulturprogramm statt.


Mit Jin-Jiyan-Azadî zur Frauenrevolution

In dem Workshop „Mit Jin-Jiyan-Azadî zur Frauenrevolution“ wurde über den Slogan „Frau-Leben-Freiheit“ als einer politischen Lebensphilosophie gesprochen. In den Beiträgen wurde herausgestellt, dass eine Gesellschaft nur frei sein kann, wenn die Frauen frei sind. Um zu einer natürlichen Gesellschaft zurückzukehren, müsse das männliche Herrschaftsdenken beendet werden. Thematisiert wurde auch die Rolle von Männern bei der Frage der Frauenbefreiung.

Junge Frauen führen den Freiheitskampf an“

Armanc Jinda nahm als Vertreterin der Komelên Jinên Ciwan (Gemeinschaften junger Frauen) mit einer Liveschaltung an der Konferenz in Paris teil. Die Jugend habe die Kraft, etwas zu verändern, und der Freiheitskampf werde von jungen Frauen angeführt, sagte Armanc in ihrem Beitrag. In der aktuellen Zeit brauche die ganze Welt frei denkende und lebende Persönlichkeiten und die Konferenz sei ein Meilenstein auf dem Weg zur Freiheit. Die kurdische Jugend orientiere sich auf diesem Weg an den Gedanken Abdullah Öcalans.


Zur Frage der Frauenbefreiung sagte Armanc, dass Frauen im Kampf in Kurdistan große Erfahrung gesammelt haben. Sie wies auf die Frauenguerilla und die ideologische Struktur hin und erörterte die fünf Prinzipien ihrer Organisation: Im eigenen Land leben, eigene Gedanken und einen eigenen Willen vertreten, organisiert sein, kämpfen sowie Ethik und Ästhetik. Mit diesen Grundsätzen müsse das seit 5000 Jahren andauernde patriarchale Herrschaftssystem bekämpft und ein neues Leben aufgebaut werden. Ohne die Freiheit von Frauen sei eine sozialistische Revolution nicht denkbar.