„Orso“: Erinnern an Lorenzo Orsetti in Berlin

In Berlin ist das Buch „Orso – Texte aus Nordostsyrien” vorgestellt und an den gefallenen Internationalisten Lorenzo Orsetto erinnert worden. Auf der Veranstaltung sprach unter anderen sein Vater Alessandro Orsetti.

Im Collettivo O45 in Berlin ist mit der Vorstellung der englischsprachigen Ausgabe des Buches „Orso“ an den in Nordostsyrien gefallenen Internationalisten Lorenzo Orsetti erinnert worden. An der Veranstaltung nahmen sein Vater Alessandro Orsetti sowie Vertreter des „Nationalen Verbands der italienischen Partisanen“ (ANPI) und des kurdischen Vereins Nav-Berlin teil.

Lorenzo Orsetti stammte aus Florenz und ist am 18. März 2019 beim finalen Sturm der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) auf die letzte IS-Bastion al-Baghouz im ostsyrischen Deir ez-Zor ums Leben gekommen. Als Internationalist in Rojava nannte er sich Têkoşer Piling, von seinen Freundinnen und Freunden wurde er liebevoll Orso (dt. Bär) genannt.

Unter dem Titel „Orso – Texte aus Nordostsyrien” hat der Verlag Red Star Press nach dem italienischsprachigen Original auch eine englische Übersetzung von Schriften, Briefen und Interviews von Lorenzo Orsetti als Gesamtausgabe herausgegeben. Vieles in dem Werk dreht sich um die Gedanken des Anarchisten, Antifaschisten und Partisanen rund um die Revolution von Rojava, den kurdischen Befreiungskampf und das Paradigma des demokratischen Konföderalismus von Abdullah Öcalan als gelebtem Versuch in Rojava zur Überwindung von Macht, sowie seinen praktischen Erfahrungen dort.

Alessandro Orsetti berichtete auf der Veranstaltung auch von Telefongesprächen mit seinem Sohn. Der kurdische Aktivist Mazlum Karagöz sprach über die Entstehung der kurdischen Befreiungsbewegung und zum Internationalismus in der Organisation.