Kampagne: Hunderttausend Postkarten an Abdullah Öcalan

Um die Isolation von Abdullah Öcalan zu durchbrechen und eine politische Lösung der kurdischen Frage zu ermöglichen, ist in Europa die Kampagne „Hunderttausend Postkarten nach Imrali“ eingeleitet worden.

Abdullah Öcalan ist seit 25 Jahren auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali inhaftiert. Der PKK-Begründer gilt weiterhin als führender Stratege und einer der wichtigsten politischen Repräsentanten des kurdischen Volkes. In Isolationshaft auf der Insel Imrali verfasste Öcalan mehr als zehn Bücher, welche die kurdische Politik revolutionierten. Mehrfach initiierte er einseitige Waffenstillstände der Guerilla und lieferte konstruktive Vorschläge für eine politische Lösung der kurdischen Frage. Die türkische Regierung beendete 2015 alle Verhandlungen mit Öcalan und der kurdischen Bewegung und setzt seither wieder auf eine militärische Vernichtungspolitik. Öcalans Incommunicado-Haft auf Imrali ist in juristischer Hinsicht laut internationalen Standards und auch der türkischen Gesetzgebung rechtswidrig und steht politisch für die Verweigerung eines Friedensprozesses, mit dem der Krieg in Kurdistan beendet und Kurdinnen und Kurden ein würdevolles Leben ermöglicht werden könnte.

Im vergangenen Oktober ist eine internationale Kampagne für die Freilassung von Abdullah Öcalan und eine politische Lösung der kurdischen Frage gestartet worden. Der Kampagne haben sich Organisationen und bekannte Persönlichkeiten aus der ganzen Welt angeschlossen. Der kurdische Europaverband KCDK-E hat in diesem Zusammenhang Anfang des Jahres dazu aufgerufen, Postkarten an Öcalan zu schicken. Von dem kurdischen Vordenker und seinen drei Mitgefangenen gibt es seit März 2021 kein Lebenszeichen mehr, auch ihre Rechtsanwält:innen und Angehörigen können in keiner Weise mit ihnen kommunizieren.

An verschiedenen Orten in Europa haben sich in den letzten Wochen Kurdinnen und Kurden getroffen, um gemeinsam Postkarten zu schreiben und nach Imrali zu schicken, so auch am Freitag in Berlin.


Hüseyin Yilmaz, Ko-Vorsitzender von Nav-Berlin, erklärte gegenüber ANF: „Im Rahmen der Offensive für die Freiheit von Abdullah Öcalan und eine politische Lösung der kurdischen Frage beteiligen wir uns an der Kampagne ,Hunderttausend Karten nach Imrali'. Solange unser Repräsentant Öcalan nicht befreit wird, sind auch die Gesellschaft und unser Land nicht frei. Deshalb rufen wir alle auf, sich an der Kampagne zu beteiligen.“

Weitere Aktionen in Europa

Aktivistinnen des Frauenrats Rojbîn in Amsterdam schreiben gemeinsam Postkarten

Postkartenverschickung in Marseille

Der kurdische Verband FED-GEL schickt Karten in Stuttgart ab

Am Rande einer Kundgebung in Mannheim werden Postkarten geschrieben

Versammlung in Den Haag

Postkartenstand in Liverpool

Auftakt der Kampagne in der Schweiz