Jahresempfang mit Preisverleihung von KURD-AKAD

Das Netzwerk kurdischer Akademiker:innen (KURD-AKAD) hat Idris Baluken, Kariane Westrheim und Jan Ilhan Kizilhan für besondere wissenschaftliche Beiträge und herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet.

Das Netzwerk kurdischer Akademiker:innen (KURD-AKAD) hat auf seinem Jahresempfang in Köln den Arzt und ehemaligen HDP-Abgeordneten Dr. Idris Baluken, die norwegische Akademikerin Prof. Kariane Westrheim und den Psychologen Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan für besondere wissenschaftliche Beiträge und herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. An dem Empfang im Museum am Neumarkt am Samstag nahmen die im Exil lebenden ehemaligen HDP-Abgeordneten Lezgin Botan, Nursel Aydoğan und Sibel Yiğitalp, die Ko-Vorsitzende des kurdischen Europaverbands KCDK-E, Zübeyde Zümrüt, die NRW-Landtagsabgeordnete Berivan Aymaz (Grüne) und weitere Personen teil. Begrüßt wurden die Gäste von Dr. Dersim Dağdeviren, Ärztin und Ko-Vorsitzende von KURD-AKAD.


Idris Baluken konnte an der Preisverleihung nicht teilnehmen. Der kurdische Politiker und Arzt war in zwei Legislaturperioden als Abgeordneter der Demokratischen Partei der Völker (HDP) im Parlament der Türkei. Während der Verhandlungen über eine Lösung der kurdischen Frage war er zusammen mit Sirri Süreyya Önder und Pervin Buldan Mitglied der Imrali-Delegation, die Gespräche mit Abdullah Öcalan, der Führung der kurdischen Befreiungsbewegung in den Bergen und dem türkischen Staat führte. Baluken wurde im Zuge der Massenverhaftungen im Herbst 2016 verhaftet und als vermeintliches Mitglied einer terroristischen Organisation zu knapp 17 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Im April dieses Jahres wurde er freigelassen. Seinen Preis nahmen seine ehemaligen Fraktionskolleg:innen der HDP für ihn entgegen.

Kariane Westrheim, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Bergen und Vorsitzende der EU Turkey Civic Commission (EUTCC), sagte zu ihrer Auszeichnung, dass sie den Preis im Namen aller für Freiheit kämpfenden Menschen und insbesondere der Kurdinnen und Kurden entgegennehme.

Jan Ilhan Kizilhan wurde der Preis von der Landtagsabgeordneten Berivan Aymaz überreicht. Der Traumatherapeut hat als Leiter des Instituts für transkulturelle Gesundheitsforschung nach dem IS-Genozid an der ezidischen Gemeinschaft 2014 in Şengal mit über 2.000 ezidischen Frauen und Kindern gesprochen und war Sachverständiger des Bundestagsausschusses für Menschenrechte. Seine Expertisen haben dazu beigetragen, dass der Bundestag das Massaker an der ezidischen Gemeinschaft als Völkermord anerkannte.

Nach der Preisverleihung folgte ein Auftritt des Musikers Mehmet Akbaş.