QSD wehren neuen Vorstoß pro-türkischer Milizen ab

Die Demokratischen Kräfte Syriens haben einen neuerlichen Vorstoß pro-türkischer Söldner zum Ostufer des Euphrat abgewehrt. Ein Video zeigt die Zerstörung von Panzerfahrzeugen der Türkei.

Widerstand gegen Besatzung

In der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien dauern die Auseinandersetzungen am Euphrat zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und Türkei-treuen Söldnern weiter an. Wie das Bündnis mitteilt, versuchte die sogenannte „Syrische Nationalarmee“ (SNA) gestern erneut, unter dem Feuerschutz der türkischen Artillerie und Luftwaffe an der Qereqozax-Brücke sowie dem Tişrîn-Damm auf die andere Seite des Flusses vorzustoßen. Die QSD reagierten nach eigenen Angaben mit heftigem Gegenfeuer, die SNA habe infolge der Gefechte „zahlreiche Verluste“ zu beklagen. Zusätzlich wurden mehrere Fahrzeuge der Besatzungstruppen von der QSD-Drohneneinheit „Şehîd Harûn“ ins Visier genommen, wie auch in einem Aktionsvideo zu sehen ist. Ein gepanzerter Armeewagen sei vollständig zerstört worden, ein zweites wurde beschädigt, hieß es.

Die QSD teilten zudem weiter mit, dass die Angriffe auf Siedlungsgebiete südlich von Kobanê beziehungsweise am Ostufer des Euphrat unvermindert andauern. Am Mittwoch verzeichnete das Bündnis zunächst mehrere Luftschläge auf die Ortschaften Tîna (al-Tineh) und Xeseq (Ghasaq), wodurch Eigentum der ansässigen Bevölkerung zerstört worden sei. Anschließend setzte Artilleriebeschuss ein, der sich darüber hinaus auch gegen die Dörfer Bîr Hiso (Bir Hesu), Dîkan (Dekan), Melhe (Malha) und Senaa (Al-San’a) sowie die Hügel Qereqozax und Sêvê (Sayfi) richtete. „Mehr als 120 von Raketenwerfern, Panzern und Mörsern abgefeuerte Geschosse schlugen in diesen Gebieten ein und verursachten umfangreiche materielle Zerstörungen an Häusern und zivilem Eigentum“, so die QSD.


Verteidigungsoffensive der QSD

Seit es der Türkei-gesteuerten Dschihadistenallianz SNA im Dezember vergangenen Jahres gelungen ist, zunächst die Stadt Tel Rifat und anschließend Minbic zu besetzen, belagern die Islamisten den Tişrîn-Damm und die weiter südlich gelegene Qereqozax-Brücke. Das Ziel der türkischen Proxytruppe ist, durch eine Einnahme der beiden strategisch wichtigen Übergänge am Euphrat die QSD östlich des Flusses zu drängen und mit weiteren Geländegewinnen die symbolträchtige Stadt Kobanê zu besetzen. Das multiethnische Bündnis, dem auch die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten YPG und YPJ angehören, hält mit einer Gegenoffensive gegen die türkischen Expansionspläne.