Politiker besuchen das Grab von Vedat Aydın

Der kurdische Politiker Vedat Aydın wurde 1991 durch den türkischen Staat kaltblütig ermordet. Heute kamen zahlreiche Menschen an seinem Grab zusammen.

Am 5. Juli 1991 entführten Paramilitärs des türkischen Staates den Politiker Vedat Aydın, damals Provinzverbandsvorsitzender der pro-kurdischen Partei HEP in Amed (Diyarbakır), entführt. Anschließend wurde er grausam ermordet. Anlässlich des Opferfests besuchten heute seine Angehörigen und zahlreiche Politiker*innen sein Grab, um Aydın zu gedenken.

Die Ko-Vorsitzende der HDP in Amed, Hülya Alökmen Uyanık, hielt am Grab von Aydın eine kurze Rede, in der sie erklärte, dass der Kampf für den Frieden gestern wie heute andauert. „Auf diesem Weg haben viele Menschen ihr Leben gelassen. Ihr Ziel war es, dass die Kurd*innen so frei leben können wie alle anderen Völker. Sie wollten ein würdevolles Leben für die kurdische Bevölkerung. Unsere Verantwortung muss es nun sein, Tag und Nacht dafür zu arbeiten, dass die Träume der Menschen, die auf diesem Weg ihr Leben gelassen haben, in Erfüllung gehen,“ so Alökmen Uyanık weiter.

Anschließend ergriff im Namen der Familie der ältere Bruder Veysi Aydın das Wort und erklärte, dass ihr Wunsch ein Ende des Blutvergießens ist. Es könne keinen humaneren als diesen Wunsch geben. Doch die Realität zeige, dass der Krieg weitergeführt werde. Die aktuellen Besatzungskriege in Kurdistan seien der Beweis hierfür.

Zum Schluss hielt der Ko-Bürgermeister von Amed, Selçuk Mızraklı, eine Rede und verwies auf den letzten Besuch der Anwält*innen bei Abdullah Öcalan. Hierbei sei das Friedensangebot von kurdischer Seite erneuert worden. „Wir brauchen einen Dialog, wir brauchen Friedensverhandlungen. Die Sprache der Lösung muss entwickelt werden. Der Aufruf Öcalans bedarf einer Antwort", so Mızraklı.