KCK fordert lückenlose Aufklärung von Pariser Morden

Vor sieben Jahren wurden Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris vom türkischen Geheimdienst ermordet. Die KCK fordert eine lückenlose Aufklärung, andernfalls gehe das Attentat als zweite Dreyfus-Affäre in die Geschichte Frankreichs ein.

Vor sieben Jahren wurden die kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris vom türkischen Geheimdienst ermordet. Bis heute ist niemand für das Verbrechen belangt worden.

Der Exekutivrat der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans KCK (Koma Civakên Kurdistanê) weist in einer Stellungnahme auf die besondere Verantwortung Frankreichs bei der Aufklärung der Morde von Paris am 9. Januar 2013 hin. Sollte das Land nicht für eine lückenlose Aufklärung und zur Beantwortung dessen, wer alles daran beteiligt war und welche Verantwortung türkische Institutionen dabei spielten, sorgen, würden die Morde als zweite Dreyfus-Affäre in die Geschichte Frankreichs eingehen.

Der Mord an drei revolutionären Frauen aus Kurdistan wurde im Zentrum von Paris in der Nähe des belebtesten Bahnhofs Gare du Nord in der Rue La Fayette Nr. 157 vom MIT-Attentäter Ömer Güney begangen. Die Leichen der Frauen lagen mehr als einen halben Tag im Informationszentrum Kurdistan in ihrem Blut. Nachdem Stunden ohne ein Lebenszeichen der Frauen vergangen und die Sorgen gewachsen waren, öffnete drei Personen mitten in der Nacht die Tür des Zentrums. Als sie das grauenerregende Szenario im Inneren vorfanden, war es bereits nach 1.00 Uhr. Es war nun bereits der 10. Januar. Die Leichen der drei Frauen lagen mit Kopfschüssen getötet auf dem Boden.

„Sofern Frankreich den Dreifachmord nicht duldet, muss es die Tat aufdecken und die Kräfte hinter dem Attentäter zur Rechenschaft ziehen. Andernfalls wäre es widersinnig, von einer in Frankreich waltenden Gerechtigkeit zu sprechen. Sollten die französischen Justizbehörden die Drahtzieher dieses Massakers nicht anklagen, sind sie es, die die Verantwortung für die Morde tragen.” Die KCK ruft Intellektuelle, Demokrat*innen, Frauen und „Menschen mit Gewissen” auf, sich für die Strafverfolgung der Verantwortlichen einzusetzen.

Im August 2017 wurden in Südkurdistan zwei hochrangige Agenten des türkischen Geheimdienst MIT bei einem Spezialeinsatz der Volksverteidigungskräfte HPG verhaftet. Es handelt sich um die beiden MIT-Abteilungsleiter Erhan Pekçetin und Aydın Günel, die zuletzt leitende Positionen in den Abteilungen für separatistische Tätigkeiten und Personalressourcen bekleideten und bei ihrer Ergreifung durch die Guerilla ein Attentat auf die PKK-Führung vorbereiteten. In ihren Aussagen bestätigten sie, dass die Pariser Morde vom türkischen Geheimdienst MIT geplant und ausgeführt wurden.

„Der Tod von Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez hat unseren revolutionären Zorn in die Spitze getrieben. Wir haben versprochen, den Dreifachmord zu rächen, und haben Wort gehalten. Mit der Racheaktion in Gedenken an Sakine Sara Cansız ist es uns gelungen, eine der größten revolutionären Operationen umzusetzen. Einer der Gründe und Pflichten der PKK, auf der Bühne der Geschichte aufzutreten, bestand darin, Verbrechern die Strafe aufzuerlegen, die sie verdienen. Von nun an wird kein Verrat oder Verbrechen mehr ungesühnt bleiben.“

Gedenkdemonstration

Am 11. Januar finden anlässlich des siebten Todestages von Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris eine Gedenkdemonstration statt. Die kurdische Bewegung ruft zur Teilnahme auf, um die Bestrafung ihrer Mörder zu fordern.