HPG: Türkei greift weiterhin an

Die Guerilla in Kurdistan ist in Verteidigungsposition und setzt den Aufruf zur Einstellung aller Kampfhandlungen wegen der Erdbebenkatastrophe in die Praxis um. Die türkische Armee greift Guerillastellungen weiterhin aus der Luft und am Boden an.

Die türkische Armee setzt die Angriffe auf Guerillagebiete in Südkurdistan fort. Das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) teilt dazu mit: „Unsere Guerillakräfte befinden sich in Verteidigungsposition und setzen den Aufruf unserer Bewegung in die Praxis um. Trotzdem setzt die türkische Armee die Angriffe auf die Medya-Verteidigungsgebiete fort.“

Nach HPG-Angaben haben türkische Kampfhubschrauber am Samstagabend um 21 Uhr Ortszeit Guerillastellungen in Çemço bombardiert. Die Guerilla habe sich mit schweren Waffen verteidigt und die Hubschrauberschwadron dazu gezwungen, sich aus dem Gebiet in der Zap-Region zu entfernen. Im Laufe des Tages seien die Stellungen in Çemço zudem insgesamt 27 Mal mit Haubitzen und schweren Waffen angegriffen worden.

Aufruf zur Einstellung aller militärischen Aktionen

Cemil Bayık, Ko-Vorsitzender des KCK-Exekutivrats, hat angesichts des Erdbebens am Donnerstagabend zur Einstellung aller militärischen Aktionen aufgerufen und erklärt: „Wir haben beschlossen, keine Aktionen durchzuführen, solange der türkische Staat nicht angreift.“

Das zentrale Hauptquartier der Volksverteidigungskräfte (Navenda Parastina Gel, NPG) unterstützt den Aufruf der KCK und erklärte am Samstag, die Guerilla sei bereit, ihren Beitrag zur Linderung des Leids der Bevölkerung zu leisten.