Erdogan-Not-Welcome-Demonstration zieht zum Großen Stern

Nach einer Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz in Berlin hat sich die Demonstration „Erdogan not welcome“ in Bewegung gesetzt und zieht zur Stunde zum Großen Stern.

In Berlin startete am Nachmittag die Großdemonstration gegen den Staatsbesuch von Erdoğan mit einer Auftaktkundgebung, zu der sich mehrere tausend Menschen am Potsdamer Platz versammelt hatten. Aufgerufen zu dem Protest hatte das bundesweite Bündnis „Erdogan not welcome“, das sich aus über 200 linken und linksliberalen Gruppen und Organisationen zusammensetzt. Die Teilnehmer*innen protestieren dagegen, dass die Bundesregierung „einen Diktator willkommen heißt und seine Politik damit legitimiert“.

Bereits zu Beginn der Kundgebung fiel immer wieder die Parole „Terrorist Erdoğan“. Auffällig ist auch die Unterschiedlichkeit der Teilnehmer*innen, von Journalist*innengruppen über Feministinnen, von iranischen Revolutionär*innen über Angehörige der Suryoye bis hin zu Antifaschist*innen, türkischen und kurdischen Aktivist*innen. Hakan Taş, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhaus für die Partei DIE LINKE. sagte in einer Rede: „Erdoğan gehört nicht nach Bellevue, sondern nach Den Haag.“ Die Demonstration sei auch ein Zeichen, „dass wir Diktatoren in dieser Stadt nicht dulden“, so Taş.

Die Demonstration besteht aus einer unüberschaubaren Menschenmenge, die sich mit Parolen wie „Mörder Erdoğan“, „Deutsche Panzer – Raus aus Kurdistan“, „Bijî Serok Apo“, „Siamo tutti antifascisti“ unter einem massiven Polizeiaufgebot zum Großen Stern durch Berlin bewegt. Der Demonstrationszug wird von einem Frauenblock angeführt. Die Polizei hat ein dichtes Spalier aufgezogen und versucht immer wieder, gegen Fahnen mit dem Abbild von Abdullah Öcalan vorzugehen. 4200 Polizisten aus Berlin, sieben weiteren Bundesländern und von der Bundespolizei sind wegen der Sicherheitsvorkehrungen und der Demonstrationen im Einsatz.

Wenige hundert Meter vom Großen Stern entfernt liegt das Schloss Bellevue mit dem Sitz des Bundespräsidenten, wo am Abend das Staatsbankett zu Ehren Erdogans stattfinden soll.

*Bilder: Fuoco Savinelli