HPG: Türkei beharrt auf Krieg

Die seitens der HPG veröffentlichte Bilanz zu den Kriegsgeschehen im März lässt Friedensbestrebungen des türkischen Staates bezweifeln. Die im Waffenstillstand befindliche Guerilla hat dreizehn Mal auf Grundlage der legitimen Selbstverteidigung reagiert.

MÄRZ-BILANZ

Obwohl die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor einem Monat einen Waffenstillstand ausgerufen hat, eskalieren türkische Luftwaffe und Artillerie weiterhin ihre Angriffe auf die Medya-Verteidigungsgebiete. Die Pressestelle der Volksverteidigungskräfte (HPG) gab die Bilanz des Kriegsgeschehens im März bekannt, nach der insgesamt 11585 Geschosse aus der Luft und am Boden gezählt wurden.

Alle Guerillakräften folgten dem Waffenstillstand

In der Mitteilung wird darauf verwiesen, dass alle Guerillakräfte der HPG und der Verbände freier Frauen (YJA Star) die Waffenstillstandsanweisung des Zentralkommandos und der PKK eingehalten haben. Ungeachtet dessen und auch ungeachtet des muslimischen Fastenmonats setzte der türkische Staat seine Angriffe laut der Pressestelle ungemindert fort. Im März wurden demnach auch wiederholt verbotene und geächtete Kampfstoffe vom türkischen Militär eingesetzt: Bei Luftangriffen auf Tunnelanlagen der Guerilla in den Medya-Verteidigungsgebieten wurden elf Attacken mit chemischen Waffen, neun mit verbotenen Waffen und neun mit mit Sprengstoff beladenen Drohnen gezählt.

Die Gesamtzahl der Geschosse gaben die HPG mit 11585 an, wobei der Großteil auf den Beschuss mit Artillerie und schweren Waffen zurückgeht, während 169 Angriffe mit Kampfflugzeugen und 98 mit Kampfhubschraubern verübt wurden.

Reaktionen auf Grundlage legitimer Selbstverteidigung

Eigenen Angaben zufolge reagierte die Guerilla in dreizehn Fällen im Rahmen des legitimen Rechts auf Selbstverteidigung erfolgreich auf die auf Zerstörung gerichteten Angriffe. Der Luftverteidigungseinheit „Şehîd Delal“ gelang der Erklärung zufolge Mitte März außerdem der Abschuss einer in 9645 Metern Höhe befindlichen türkischen Akıncı-Drohne in Qendîl, die sowohl Aufklärungs- als auch Angriffsaktivitäten aus der Luft durchführte.

Türkei hält an Krieg fest

Angesichts dieser umfassenden kriegerischen Aktivitäten des türkischen Staates während der bisher einmonatigen, einseitigen Waffenruhe, stellten die HPG abschließend klar: „Eine Macht, die so viele Angriffe durchgeführt hat, will den Krieg fortsetzen und nicht beenden. Wäre dies nicht der Fall, hätte sie nicht aus der Luft und zu Lande Kräfte angegriffen, die sich im Waffenstillstand befinden. Dies zeigt, dass es eine Situation und ein Beharren auf der Fortsetzung des Krieges gibt, nicht auf dessen Beendigung.“