YPJ-Kämpferin Destan Rojhat bei Luftangriff gefallen

Die YPJ-Kämpferin Destan Rojhat ist im Januar bei einem türkischen Luftangriff unweit des Tişrîn-Damms getötet worden. Die Frauenverteidigungseinheiten würdigen sie in einem Nachruf und sprechen dem Angehörigen ihr Beileid aus.

Angriff auf Stellung am Tişrîn-Damm

Die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) haben den Tod einer Kämpferin bekanntgegeben. Destan Rojhat wurde demnach am 8. Januar bei einem türkischen Luftangriff nahe Kobanê getötet. Sie war in die Verteidigung der südlich der Stadt gelegenen Tişrîn-Staudamms gegen eine Besatzung durch die Türkei und deren dschihadistische Proxytruppe SNA eingebunden. Angesichts ihres Verlusts sprachen die YPJ den Angehörigen Destan Rojhats und der Bevölkerung Nord- und Ostsyriens ihr Mitgefühl aus.

In einem Nachruf würdigten die YPJ Destan Rojhat als eine „mutige Kämpferin“, deren Wirken beispielhaft für die Widerstandskraft und das Engagement der Frauenbewegung in Rojava stehe. „Unsere Gefallenen werden weiterhin unseren Weg erleuchten. Mit diesem Licht werden wir die Freiheit der Frau erreichen – und wir werden nicht ruhen, bis wir sie erlangt haben“, heißt es in der Erklärung.


An vorderster Front

Seit Ende 2024 intensiviert die Türkei ihre Angriffe auf verschiedene Gebiete in Nord- und Ostsyrien. Neben Regionen wie Şehba, Til Rifat und Minbic, die bereits besetzt worden sind, steht auch der strategisch bedeutende Tişrîn-Staudamm unter Beschuss. In dieser Phase des „Revolutionären Volkskrieges“, so die YPJ, „haben sich Kämpferinnen und Zivilbevölkerung Seite an Seite dem Widerstand angeschlossen“. Destan Rojhat habe dabei an vorderster Front gekämpft.

Destan Rojhat, mit bürgerlichem Namen Derya Heci, wurde 2004 in Kobanê geboren. Sie wuchs in einer traditionsbewussten und vom politischen Widerstand geprägten Familie auf. Die Aufstände in Rojava und die legendäre Verteidigung von Kobanê gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) prägten ihr politisches Bewusstsein. Im Jahr 2021 trat sie den YPJ bei und nahm an militärischen Operationen in Serêkaniyê und Girê Spî teil.

Innerhalb der Frauenverteidigungseinheiten durchlief sie sowohl militärische als auch ideologische Schulungen. Besonders die Ideen Abdullah Öcalans zur Befreiung der Frau sollen ihr Denken maßgeblich beeinflusst haben. Sie habe gelernt, die soziologischen Strukturen ihres Umfeldes zu hinterfragen und sich als Teil eines kollektiven, freiheitlichen Projekts zu verstehen, so die YPJ.

Bescheidenheit, Mut und ein klares Ziel

Destan Rojhat galt innerhalb ihrer Einheit als moralischer Rückhalt, bekannt für ihre Bescheidenheit, Entschlossenheit und ihren Idealismus. Sie habe den Kampf für die Freiheit der Frau nicht nur geführt, sondern verkörpert. In ihrem Handeln sei sie zur „zeitgenössischen Arîn Mîrkan“ geworden, erklärten die YPJ unter Bezug auf die bekannte YPJ-Kommandantin, die 2014 im Kampf um Kobanê zum Symbol des Durchhaltewillens kurdischer Frauen wurde, die im Widerstand gegen den IS Unglaubliches leisteten. „Die Verteidigung des Tişrîn-Staudamms ist die Verteidigung Nord- und Ostsyriens“, habe Destan Rojhat stets gesagt. Sie verstand den Kampf um Wasser, Boden und Selbstbestimmung als untrennbar verbunden mit dem Freiheitskampf der Frauen.

Ein Vermächtnis für die Bewegung

Im Hinblick auf das zwölfte Gründungsjubiläums der YPJ am 4. April betonten die YPJ, dass sie das Vermächtnis ihrer gefallenen Kameradinnen bewahren und deren Ideale weitertragen werden. „Solange wir nicht die Freiheit erreichen, werden wir nicht aufhören zu kämpfen“, so das abschließende Versprechen der YPJ.