Heilbronn: Kundgebung für HDP und Frauenrechte

In Heilbronn ist gegen das HDP-Verbotsverfahren und den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen protestiert worden. Unterstützung gab es von der Partei DIE LINKE und der MLPD.

In Heilbronn ist gegen das HDP-Verbotsverfahren und den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen protestiert worden. Aufgerufen hatten das kurdische Gesellschaftszentrum und die dort organisierte Frauenkommission. An der Kundgebung am Kiliansplatz nahmen rund fünfzig Menschen teil. Unterstützung gab es auch von der Partei DIE LINKE und der MLPD. Deren Vertreter beteiligten sich mit Redebeiträgen und Grußbotschaften an der Zusammenkunft und drückten ihre Solidarität mit den zu tausenden in der Türkei inhaftierten politischen Gefangenen und HDP-Mitgliedern aus.

Eine kurdische Aktivistin hielt ebenfalls eine Rede. Mit Blick auf die femizidale Politik der türkischen Regierung betitelte sie Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan als einen „Frauenmörder“ und „Vorzeigediktator“. Am Mikrofon wurden einige seiner frauenfeindlichen Zitate, darunter „Ich glaube sowieso nicht an die Gleichberechtigung an Frau und Mann. Die Frauenmorde werden übertrieben“ vorgetragen und das patriarchale Frauenbild der AKP angeprangert.

„Dass eine Frau eigenständig denkt und willens ist, ihr Leben selbst zu gestalten, steht diametral zu den Vorstellungen der AKP, und das ist die Realität in der Türkei”, so die Aktivistin. Ankara begründet den Ausstieg aus dem völkerrechtlichen Abkommen damit, dass es die familiäre Einheit gefährde, traditionelle Werte untergrabe und Homosexualität fördere. Die Lösung für den Schutz von Frauenrechten liege in „eigenen Bräuchen und Traditionen“. Dies sei lächerlich. Wer Frauenmorde relativiert und Gesetze vorschlägt, die sexualisierte Gewalt an Kindern durch Ehen mit den minderjährigen Opfern amnestiert, offenbare noch einmal deutlich wie sehr Frauenrechte missachtet werden.