HPG geben Identität von zwei Gefallenen bekannt

Das Pressezentrum der HPG hat die Namen von zwei im Mai 2021 in den Medya-Verteidigungsgebieten gefallenen Guerillakämpfern veröffentlicht.

Wie das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) mitteilt, sind am 30. Januar 2021 die Guerillakommandanten Dilgeş Başkale und Mazlum Berxwedan, ein arabischer Internationalist, gefallen. Die beiden Kämpfer spielten eine wichtige Rolle in der Offensive Bazên Zagrosê (Zagros-Falken). Die HPG erklären: „Wir als ihre Genoss:innen werden in die Fußstapfen unserer geschätzten Kommandanten Dilgeş und Mazlum treten und danach streben, ihrer würdig zu sein. Wir versprechen, dass wir bis zum Ende kämpfen werden, um ihren Kampf mit dem Sieg zu krönen.“

Codename: Dilgeş Başkale
Vor- und Nachname: Taner Kaya
Geburtsort: Wan
Namen von Mutter und Vater: Ayşe – Abdullah
Todestag und -ort: 30. Mai 2021 / Medya-Verteidigungsgebiete
Codename: Mazlum Berxwedan
Vor- und Nachname: Hasan Salîm Selmo
Geburtsort: Qamişlo
Namen von Mutter und Vater: Medîne – Salim
Todestag und -ort: 30. Mai 2021 / Medya-Verteidigungsgebiete


Dilgeş Başkale


Dilgeş Başkale ist in Elbak (tr. Başkale) in der nordkurdischen Provinz Wan nahe der türkisch-iranischen Grenze zu Rojhilat/Ostkurdistan geboren. Er wuchs in einem der kurdischen Befreiungsbewegung nahestehenden Umfeld auf und lernte bereits in sehr jungen Jahren die PKK kennen. Gleichzeitig erlebte er die Repression durch den türkischen Staat und den dagegen geleisteten Widerstand der Bevölkerung und der Guerilla. Er empfand Wut über die Assimilationspolitik, die vom türkischen Staat gegen die Jugend praktiziert wurde. Aus diesem Grund war er überzeugt davon, den Kampf weiter fokussieren zu müssen und er sah im Kampf der PKK den Weg dorthin. So schloss er sich 2013 der Guerilla an.

Er erhielt seine Grundausbildung in der Region Zap und passte sich schnell an die Bedingungen in den Bergen an. Auch nach Abschluss der Grundausbildung blieb er dort und entwickelte sich zu einem professionellen Kämpfer mit genauer Kenntnis des Geländes. Zwischen 2013 und 2016 kämpfte er als Kommandant einer Einheit in der Zap-Region. Zwischen 2016 und 2019 übernahm er auf verschiedenen Ebenen Kommandoverantwortung. Dabei erlitt er Verletzungen am Arm und am Auge, erholte sich aber schnell von seinen Wunden und kehrte in den Kampf zurück. Er war an der Planung und Durchführung vieler erfolgreicher Aktionen gegen die türkische Armee beteiligt. 2019 ging er an die Mahsum-Korkmaz-Akademie. Dort vertiefte er seine militärischen Fähigkeiten und setzte sich intensiv mit der Bewertung seiner militärischen Praxis und ihrer weiteren Verbesserung auseinander. Er teilte in diesem Rahmen auch seine Erfahrungen mit seinen Genoss:innen und ließ sie so ebenfalls Nutzen daraus ziehen. Im Rahmen seiner Ausbildung beschäftigte er sich mit den neuen Guerillataktiken und ging als junger, aber bereits erfahrener Kommandant wieder in die Praxis.

Ab 2020 kämpfte er auf Kommandoebene wieder in der Zap-Region. Die HPG schreiben über ihn: „Unser Genosse Dilgeş hat in jedem Augenblick seines Lebens dem Feind schwerste Schläge versetzt. In der Kriegspraxis bewährte er sich durch seinen hohen Mut und seine Entschlossenheit zum Angriff. Er genoss hohes Ansehen und war ein Kommandant, der die Guerillataktik mit seiner praktischen Intelligenz bereicherte. Als seine Kampfgefährt:innen versprechen wir erneut, dass wir alle unsere Gefallenen rächen werden.“

Mazlum Berxwedan


Der arabische Internationalist Mazlum Berxwedan stammte aus Qamişlo in Rojava. Er war tief beeindruckt von der Revolution von Rojava und dem Kampf gegen den IS. Das Modell der Demokratischen Nation, in der alle Identitäten sich selbst autonom repräsentieren, begeisterte ihn. In Anbetracht der Opfer, die die vielen Menschen erbrachten, um die Revolution zu verteidigen, entschloss er sich, selbst am Kampf teilzunehmen. Er kämpfte im heißen Krieg gegen den IS und lernte die kurdische Freiheitsbewegung besser kennen. So entschied er sich, den Weg in die Berge Kurdistans zu gehen.

Auch wenn er in der ersten Zeit Schwierigkeiten hatte, sich an das Leben in den Bergen anzupassen, überwand er dieses Hindernis durch seine Entschlossenheit und mit Hilfe seiner Genoss:innen schnell. Seine Erfahrungen im Krieg gegen den IS gab er bereitwillig an seine Genoss:innen weiter und er beschäftigte sich eingehend mit der apoistischen Ideologie. Auf eigenen Wunsch ging er an die Front in der Zap-Region. Dort spielte er bei vielen erfolgreichen Aktionen eine Vorreiterrolle und wurde durch seinen Mut zu einer Inspiration für seine Mitkämpfer:innen.

Die HPG schreiben über ihn: „Der revolutionäre Weg unseres Freundes Mazlum, der von Rojava, wo sich Rêber Apos Paradigma der Demokratischen Nation manifestiert, in die freien Berge Kurdistans führte, ist ein konkretes Beispiel für die Geschwisterlichkeit des kurdischen und des arabischen Volkes, von Völkern, die seit Tausenden von Jahren zusammenleben.“

Die HPG sprechen den Angehörigen der Gefallenen und dem arabischen und kurdischen Volk ihr Beileid aus.