Demonstration bis zum 4. April
Der Jugendrat der DEM-Partei hat am Dienstag einen symbolträchtigen Marsch begonnen: Von der nordkurdischen Metropole Amed (tr. Diyarbakır) führt die mehrtägige Strecke bis nach Amara, dem Geburtsort von Abdullah Öcalan im Kreis Xelfetî (Halfeti, Provinz Riha/Urfa). Die Aktion ist Teil der Aktivitäten zum 76. Geburtstag des kurdischen Vordenkers.
Der Marsch steht unter dem Leitmotiv „Mit der demokratischen Gesellschaft in Richtung Freiheit“ und soll mit einer Kundgebung in Amara am 4. April enden.
Start auf dem Şêx Seîd-Platz in Amed
Zum Auftakt versammelten sich zahlreiche Aktivist:innen auf dem historischen Şêx Seîd-Platz im Altstadtbezirk Sûr. Neben Jugendgruppen beteiligen sich auch Abgeordnete der DEM-Partei, Mitglieder der Frauenbewegung TJA, Vertreterinnen der Friedensmütter sowie lokale NGOs.
Die Jugendlichen tragen Westen mit der Aufschrift „Wir gehen der Freiheit entgegen“ – auf Kurdisch und Türkisch. In ihrer Erklärung betonten sie ihre Entschlossenheit, „bis zur physischen Freiheit Abdullah Öcalans“ aktiv zu bleiben.
„Wir sind jung gestartet, wir werden jung gewinnen“
In einer Rede erklärte der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei in Amed, Abbas Şahin: „Seit 50 Jahren wird um eine Lösung der kurdischen Frage gerungen. Mit diesem Marsch zeigen wir unsere Unterstützung für Öcalans Aufruf zur demokratischen Gesellschaft. Wir glauben, dass wahre Demokratie und Freiheit für die Völker der Türkei und Kurdistans erreichbar sind.“
In der Erklärung des Jugendrats hieß es weiter: „Wir marschieren von Amed – dem Herzen Kurdistans – nach Amara, dem Ort der symbolischen Geburt eines neuen Paradigmas. Abdullah Öcalans Stimme, die 43 Monate lang zum Schweigen gebracht wurde, hat mit seiner Botschaft vom 27. Februar erneut die Mauern von Imrali erschüttert und Hoffnung bei unterdrückten Völkern weltweit geweckt.“
Solidarität über Grenzen hinweg
Die Jugendorganisation verwies auf die internationale Resonanz auf Öcalans jüngsten Aufruf Öcalans für Frieden und eine demokratische Gesellschaft, der unter anderem in Belutschistan, Südamerika, auf den Philippinen und in Palästina aufgegriffen wurde. Die Bewegung sehe sich in der Verantwortung, den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft als Grundlage für einen gerechten Frieden weiter voranzutreiben.
„Die Jugend aus der Türkei und Kurdistan wird nicht schweigen, solange Öcalan seiner Freiheit beraubt ist“, hieß es weiter. In der Erklärung wurde auch ein historischer Bogen zu revolutionären Traditionen in der Türkei geschlagen – von Mahir Çayan bis zu Deniz Gezmiş, von Kızıldere bis zur heutigen Jugendbewegung.
Aufruf zur Beteiligung
Die Aktivist:innen riefen alle Jugendlichen in Nordkurdistan dazu auf, sich dem Marsch anzuschließen, der durch die Städte Sêwreg (Siverek), Curnê Reş (Hilvan) und Riha führen wird. Ziel sei es, den Friedensappell Öcalans überall bekannt zu machen und öffentlich zu diskutieren. Die Ankunft in Amara solle ein neues Kapitel symbolisieren – ein „Neubeginn für den kurdischen Frühling“.
Unterstützung aus der Bevölkerung
Begleitet von Parolen wie „Bijî Serok Apo“ und „Jin, Jiyan, Azadî“ zog die Gruppe los – begleitet von Applaus und Solidaritätsbekundungen aus der Bevölkerung. Bürger:innen am Straßenrand sowie von Fenstern und Balkonen aus unterstützten den Marsch mit Siegeszeichen und Beifall. Die erste Etappe führte die Jugendlichen in Richtung Sêwreg.