Fünftägiger Sitzstreik vor dem Europaparlament

Vor dem Europaparlament in Straßburg hat ein fünftägiger Sitzstreik gegen die Isolation des PKK-Gründers Abdullah Öcalan begonnen.

Im Rahmen des Kampfes gegen die Isolation des kurdischen Vordenkers Abdullah Öcalan haben Hunderte Menschen vor dem Europaparlament in Straßburg eine Mahnwache begonnen. Bereits seit dem 17. Dezember sind vierzehn kurdische Aktivistinnen und Aktivisten in der Stadt im Hungerstreik. Mit dem für fünf Tage geplanten Sitzstreik werden die europäischen Staaten aufgefordert, sich endlich in Bewegung zu setzen.

An der heute begonnenen Aktion vor dem Europaparlament nehmen Kurdinnen und Kurden aus ganz Europa teil. In Redebeiträgen wurde betont, dass der kurdische Widerstand mit jedem Tag weiter wächst.

Als Ko-Vorsitzender des KONGRA-GEL wies Remzi Kartal in einer Rede auf die Eskalation im Kampf gegen die Isolation des kurdischen Volkes hin. Tausende Gefangene in der Türkei befinden sich im Hungerstreik, vier Gefangene haben als Aktionsform den Freitod gewählt, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. In Krefeld hat sich vor einem Monat der kurdische Aktivist Uğur Şakar angezündet, seine Beerdigung findet morgen in Neuss statt.

Der Widerstand gegen die Isolation zeige, dass das kurdische Volk kurz vor der Explosion stehe, erklärte Kartal und rief erneut das Antifolterkomitee des Europarats (CPT) und die Staaten Europas zum Handeln auf.

Weitere Redebeiträge erfolgten von dem ehemaligen Abgeordneten Hatip Dicle, der KNK-Vorsitzenden Nilüfer Koç, des NAV-DEM-Vorsitzenden Tahir Koçer sowie im Namen der kurdischen Frauenbewegung TJK-E, des Şengal-Diaspora-Rates, der kurdischen Jugendbewegung (TCŞ), der ostkurdischen Partei PJAK und der Islam-Gemeinschaft Kurdistans (CIK).