Freie Kurdistan-Föderation Ostdeutschland gegründet

In Berlin hat der Gründungskongress der Freien Kurdistan-Föderation Ostdeutschland stattgefunden. Die Föderation umfasst Berlin, Thüringen und Sachsen.

In Deutschland lebende Kurdinnen und Kurden arbeiten seit geraumer Zeit an einer Neuorganisierung als Föderationen in den Bundesländern, aus denen eine konföderale Dachorganisation hervorgehen soll.

In Berlin ist die Freie Kurdistan-Föderation Ostdeutschland gegründet worden. An dem Gründungskongress, der in den Räumlichkeiten von NAV-DEM Berlin stattfand, nahmen Delegierte aus Berlin, Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg, Chemnitz und Erfurt sowie weitere Gäste teil.

Die Eröffnungsansprache wurde von der Ko-Vorsitzenden des kurdischen Volksrats Berlin, Nujiyan Günay, .gehalten. Günay begrüßte die Anwesenden und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass der Kongress und das neue System zur Freiheit aller Menschen aus und in Kurdistan beitragen werden.

Nach der Wahl der Redeleitung wurden die aktuellen politischen Entwicklungen diskutiert. Ein wichtiges Thema in der Diskussion war der von der HDP-Abgeordneten Leyla Güven initiierte Hungerstreik, dem sich Tausende Menschen angeschlossen haben. Der bisherige Einsatz angesichts der Entwicklungen wurde als unzureichend kritisiert, der Widerstand gegen die Isolation des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan müsse mit der neuen Organisierungsform größere Unterstützung erfahren, hieß es in einem Diskussionsbeitrag.

„Neues System ist dem Paradigma Öcalans näher“

Der kurdische Politiker Baran Şervan erklärte auf dem Kongress, das neue System sei dem auf einem konföderalen System basierenden Paradigma Abdullah Öcalans näher und setze im Licht der Revolution von Rojava auf Pluralismus. „Wir lösen unsere Probleme innerhalb unseres eigenen alternativen Systems und vergessen gleichzeitig nicht, dass wir ein Teil des Befreiungskampfes sind, der in Kurdistan und Mittleren Osten geführt wird“, so Baran Şervan.

Als letzter Tagesordnungspunkt wurden sieben Personen in den Vorstand der Föderation gewählt. Zusammen mit Vertreter*innen von Institutionen besteht der Vorstand aus elf Personen. Zu den Ko-Vorsitzenden wurden Sozdar Koçer und Menderes Canbeg gewählt.

Die Freie Kurdistan-Föderation Ostdeutschland umfasst Berlin, Thüringen und Sachsen.