Demonstrationen in Bern und Hamburg: „Alle Lager evakuieren!“

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wird europaweit auf den Straßen gefordert, die Schutzsuchenden umgehend zu evakuieren. Auch in Bern und Hamburg fanden Demonstrationen statt.

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in der vergangenen Nacht finden überall Demonstrationen statt, mit denen die sofortige Evakuierung der fast 13.000 Schutzsuchenden gefordert wird. In Deutschland wird vor allem von Innenminister Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangt, die Bereitschaft einiger Bundesländer und Städte nicht mehr zu blockieren und Geflüchtete aufzunehmen. Das Aktionsbündnis Seebrücke fordert generell, dass es an Europas Außengrenzen keine Abschreckungslager mehr geben darf und die Verantwortlichen der rassistischen Migrationspolitik, der militärischen Abschottung der EU-Außengrenzen und der Deals mit Regimen wie der Türkei oder Libyen zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

In Bern haben Hunderte Menschen unter dem Motto „Evakuiert die Lager“ demonstriert. Die Regierungen der Schweiz und aller anderen europäischen Länder wurden zum sofortigen Handeln aufgefordert. In Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass Tausende Menschen auf Lesbos nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen sollen. Die Demonstration führte vom Hauptbahnhof zur Reithalle.

 

In Hamburg haben etwa 2400 Menschen für die Aufnahme der Schutzsuchenden aus dem in der letzten Nacht abgebrannten Flüchtlingslager Moria demonstriert. Unter dem Motto „Hamburg hat Platz, evakuiert alle Lager" ging die Demonstration vom Arrivati-Park zum Fischmarkt. Für Samstag wird zu einer gemeinsamen Demonstration unter dem Motto „United against Racism" und #leavenoonebehind um 14 Uhr auf dem Rathausmarkt aufgerufen.