„Freiheit für Abdullah Öcalan – Politische Lösung der kurdischen Frage“
Über 300 Delegierte aus 16 Ländern werden am 11. und 12. April in der italienischen Hauptstadt Rom zu einer internationalen Konferenz erwartet. Im Zentrum der Tagung steht die weltweite Kampagne „Freiheit für Abdullah Öcalan – Politische Lösung der kurdischen Frage“, die im Oktober 2023 ins Leben gerufen wurde. Ziel der Konferenz ist es, die bisherigen Ergebnisse der Initiative zu reflektieren und Strategien für die kommenden Phasen zu entwickeln.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Kurdistan Informationsbüro in Zusammenarbeit mit dem globalen Kampagnenkomitee. Gastgeber ist die größte italienische Gewerkschaft CGIL. Unter den Gästen befindet sich auch Emily Clachy, Vizebürgermeisterin der Stadt Bologna, die Öcalan kürzlich die Ehrenbürgerschaft verliehen hat.
Breite internationale Beteiligung
Teilnehmen werden politische und zivilgesellschaftliche Vertreter:innen aus verschiedenen Kontinenten – darunter Gewerkschafter:innen, Jurist:innen, Aktivist:innen, sowie Delegationen der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens und der Partei DEM aus der Türkei. Im Mittelpunkt steht dabei auch der aktuelle „Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft“, den Abdullah Öcalan Ende Februar aus dem Gefängnis heraus veröffentlicht hatte. Die Tagung soll den Einfluss dieses Appells auf Kurdistan und den Mittleren Osten diskutieren.
Konferenzauftakt mit Musik und Kultur
Eröffnet wird die Konferenz am 11. April um 15:00 Uhr mit einem künstlerischen Beitrag zu Abdullah Öcalans Ideen sowie Livemusik. In der Eröffnungsrunde sprechen unter anderem Simon Dubbins von der britischen UNITE-Gewerkschaft, die norwegische Professorin und Vorsitzende der EU Turkey Civic Commission (EUTCC) Kariane Westrheim, sowie Zübeyde Zümrüt als Ko-Sprecherin der Kampagne. Am Abend findet ein kulturelles Rahmenprogramm mit kurdischem Essen und traditioneller neapolitanischer Musik im Kulturzentrum Ararat statt.
Politische, juristische und gesellschaftliche Debatten
Am ersten Konferenztag liegt der Schwerpunkt auf politischen und gewerkschaftlichen Analysen. Es sprechen unter anderem:
· Maurizio Acerbo, Generalsekretär der Partei Rifondazione Comunista (Italien),
· Mike Arnott von der Gewerkschaftskonföderation Schottlands (STUC),
· Julian Aguirre, internationaler Sekretär der argentinischen Gewerkschaft CTA Autónoma,
· Massimilliano Smeriglio, Kulturbeauftragter der Stadt Rom,
· Diana Urrea Herrera, Abgeordnete der baskischen Partei EH Bildu
Der zweite Tag beginnt mit einem Panel zu juristischen Fragen rund um Öcalans Inhaftierung. Moderiert wird es von Ögmundur Jónasson, ehemaliger isländischer Justizminister und Mitglied der internationalen Imrali-Delegation, sowie der Juristin Şerife Ceren Uysal. Vertreter:innen der Anwaltskanzlei Asrın und internationale Rechtsexpert:innen analysieren den Rechtsrahmen seiner Inhaftierung und mögliche Wege zur Freilassung.
Ein weiteres Panel thematisiert die lokale, regionale und globale Wirkung von Öcalans Vorstellungen über Frieden und demokratische Gesellschaft. Dieses wird moderiert von Amedeo Ciaccheri, Bürgermeister des 8. Bezirks von Rom, und Consuelo Núñez, Sprecherin der Kampagne in Spanien.
Abschlussforum und Ergebnisdokument
Zum Abschluss der Konferenz findet ein zweigeteiltes Forum statt, in dem Delegierte ihre Perspektiven und Empfehlungen einbringen. Dieses wird von Nilüfer Koç (KNK), Michela Arricale (CRED-Institut) und Sarah Glynn (Vigil for Öcalan) geleitet. Vertreter:innen von Bewegungen und Komitees aus zahlreichen Ländern – darunter Jineolojî, Rete Jin, die Akademie der Demokratischen Moderne, sowie Jugend- und Frauengruppen – werden ihre Beiträge leisten. Zudem werden auch Teilnehmende aus anderen Kontinenten digital zugeschaltet.
Die Konferenz wird simultan in vier Sprachen übersetzt: Kurdisch, Englisch, Spanisch und Italienisch. Zum Abschluss wird eine gemeinsame Abschlusserklärung veröffentlicht und der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt.