Öcalan-Botschaft an die Jugend: „Organisiert euch – und organisiert andere!“

Im Rahmen des „4. April-Festivals“ in Xelfetî wurde eine Botschaft des PKK-Gründers Abdullah Öcalan verlesen, in der er die kurdische Jugend eindringlich zur Selbstorganisation und politischen Aktivität aufruft.

„Sozialismus bedeutet gesellschaftlich zu sein“

Im Rahmen des „4. April-Festivals“ im Landkreis Xelfetî (tr. Halfeti) wurde eine Botschaft des PKK-Gründers Abdullah Öcalan verlesen, in der er die kurdische Jugend eindringlich zur Selbstorganisation und politischen Aktivität aufruft. Die Nachricht erreichte die Jugendlichen während ihres mehrtägigen Marsches anlässlich des 76. Geburtstags Öcalans.

Der Jugendrat der DEM-Partei befindet sich seit dem 1. April auf einem symbolischen Protestmarsch, der quer durch die Provinzen Amed (Diyarbakır) und Riha (Urfa) führt und heute in Amara, Öcalans Geburtsort, enden soll. Am dritten Tag der Aktion machten sie Halt in Xelfetî, wo ein Festival zu Ehren Öcalans veranstaltet wurde.

„Der April ist für mich eine Renaissance“

In seiner schriftlichen Botschaft, die auf Kurdisch und Türkisch verlesen wurde, bezeichnete Öcalan den Monat April als „eine Zeit der Wiedergeburt“. Die Jugend habe mit ihrem Marsch einen Weg eingeschlagen, der direkt zur Freiheit führe – und dieser Weg sei „bedeutsam und notwendig“.

„Der April ist für mich eine Renaissance, ein Neubeginn. Der Marsch der Jugend ist ein Marsch zur Freiheit – und Freiheit zu suchen, ist etwas Sinnvolles“, so Öcalan. „Wohin auch immer ich gehe, ich organisiere mich. Als ich zur Schule ging, war ich nie allein – ich hatte immer eine Gruppe bei mir. So entsteht Sozialisierung. Ich mache das, seit ich ein Kind bin.“

Öcalan verwies auf den engen Zusammenhang zwischen Sozialismus und gesellschaftlicher Organisation. „Sozialismus bedeutet Gesellschaft, gesellschaftlich zu sein. Sozialist zu sein heißt, sich zu sozialisieren. In Kurdistan muss mit diesem Verständnis Politik gemacht werden – das ist sozialistische, gemeinschaftsorientierte Politik. Und sie ist nur durch Organisation möglich.“

Appell zur landesweiten Vernetzung

Besonders nachdrücklich forderte Öcalan die Jugend dazu auf, sowohl sich selbst zu organisieren als auch andere zu organisieren: „Organisation ist die wichtigste Arbeit überhaupt. Wenn ihr es nicht schafft, werde ich euch hart kritisieren. Deshalb gilt: Ihr müsst euch überall organisieren – und ihr müsst überall organisieren.“ Er schloss seine Nachricht mit solidarischen Grüßen und sprach den Jugendlichen seine Unterstützung aus.

Feierliche Stimmung beim Festival

Nach der Verlesung des Schreibens rief die Menge lautstark „Bijî Serok Apo“ („Lang lebe Vorsitzender Apo“), entzündete Fackeln und ließ Feuerwerkskörper steigen. Die Stimmung war geprägt von Enthusiasmus und Dankbarkeit. Aus dem Publikum erklang auch der Ruf „Tausend Grüße nach Imrali“, eine Anspielung auf den Ort der Inhaftierung Öcalans.

Im Anschluss an die Botschaft tanzten die Jugendlichen Govend – den traditionellen kurdischen Reihentanz – und setzten so ein kollektives Zeichen für Gemeinschaft und Widerstand. Der Marsch soll heute im Laufe des Tages in Amara mit einer zentralen Veranstaltung enden.