Tausende auf dem Weg nach Amara: „Der Staat muss handeln“
Der mehrtägige Marsch der DEM-Jugend traf in Xelfetî auf eine Demonstration von Frauenorganisationen – gemeinsam geht es nach Amara. Dort wird der 76. Geburtstag Abdullah Öcalans begangen.
Der mehrtägige Marsch der DEM-Jugend traf in Xelfetî auf eine Demonstration von Frauenorganisationen – gemeinsam geht es nach Amara. Dort wird der 76. Geburtstag Abdullah Öcalans begangen.
Tausende Menschen haben sich heute im nordkurdischen Xelfetî (tr. Halfeti) versammelt, um anlässlich des 76. Geburtstags von Abdullah Öcalan in einem großen Marsch nach Amara zu ziehen – angeführt von Frauen und organisiert im Rahmen des 4.-April-Festivals. Die Demonstration wurde von der Bewegung freier Frauen (TJA) organisiert und versteht sich als deutliches Zeichen für die Forderung nach der Freilassung Öcalans.
Bereits in den frühen Morgenstunden sammelte sich die Menge im 4.April-Park. Von dort aus setzte sich der Marsch unter starker Beteiligung der Bevölkerung, politischer Vertreter:innen der DEM-Partei und DBP, der Friedensmütter sowie vieler Jugendlicher in Bewegung. Zahlreiche Transparente wurden getragen – darunter Bilder der im Jahr 2009 während der „Reise zur Sonne“-Demonstration getöteten Aktivisten Mustafa Dağ und Mahsum Karaoğlan sowie Banner mit Aufschriften wie „Unser Vorsitzender ist unsere Wahrheit“ oder „Tausend Grüße der Sonne, die in Amara aufgegangen ist“.
Symbolträchtiger Marsch mit Olivenzweigen
Angeführt wurde die Demonstration von Frauen, die unter dem Ruf „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) sowie einem großen Transparent mit Öcalans Porträt durch Xelfetî zogen. Begleitet wurde der Aufzug von Sprechchören wie „Bijî Serok Apo“ („Lang lebe Vorsitzender Apo“), Gesängen und Applaus. Mitglieder des Rats der Friedensmütter trugen dabei symbolisch Olivenzweige in den Händen – ein Zeichen des Friedens.
Der Marsch endete am Stadtrand von Xelfetî, wo sich die Teilnehmenden zu einem traditionellen Govend-Tanz versammelten, begleitet von kurdischer Musik. In einer anschließenden Rede betonte die TJA-Aktivistin Fatma Ablay die politische Bedeutung des 4. April für das kurdische Volk: „Heute sind wir hier für den Vorsitzenden Apo – aber eigentlich sind wir hier für unser Sein oder Nichtsein. Die Existenz, Sprache und Identität der Kurd:innen wurden lange geleugnet. Die von Abdullah Öcalan initiierte Bewegung hat die kurdische Frage international sichtbar gemacht.“
Ablay wies darauf hin, dass die mehrtägige Demonstration des Jugendrats der DEM und der heutige Frauenmarsch nach Amara Ausdruck einer breiten gesellschaftlichen Bewegung seien. Die Frauen hätten dabei auch die Friedensinitiative Öcalans von Ende Februar – den „Aufruf für Frieden und eine demokratische Gesellschaft“ – in die Dörfer und Städte getragen. „Die Philosophie Jin, Jiyan, Azadî hat sich weltweit verbreitet. Das zeigt, wie sehr sich Frauen dieser Bewegung verbunden fühlen. Ihr Wille ist klar: Der Staat muss handeln. Der 8. März, das diesjährige Newroz-Fest und der heutige Tag zeigen, dass sich das Volk entschieden hat. Ankara muss diesen Willen anerkennen und endlich Schritte setzen.“
Es ist an der Zeit: Öcalan freilassen!
Abschließend forderte Ablay erneut die physische Freiheit Öcalans: „Seit vier Tagen richtet sich die Jugend zur Sonne. Es ist an der Zeit: Die physische Freiheit des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan muss endlich verwirklicht werden.“ Nach der Ansprache setzte sich die Demonstration in Richtung Amara in Bewegung – dem Geburtsort Öcalans. Dort findet heute eine große Feier statt, in deren Rahmen mehrere Baumpflanzaktionen geplant sind.