Feiern zum assyrischen Neujahrsfest Akitu

In Nord- und Ostsyrien ist das assyrische Neujahr Akitu begangen worden.

Appelle für Gleichheit, Gerechtigkeit und Dialog

– In der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien wurde das christliche Akitu-Fest begangen. Die zentralen Feierlichkeiten zum Jahr 6775 nach assyrischer Zeitrechnung fanden im Dorf Tall Wardiyat nahe der Stadt Til Temir im Kanton Cizîrê, statt. Organisiert wurde das Fest von der Koordination der assyrischen Parteien und dem Solidaritätskomitee.

An der Zeremonie nahmen hunderte Menschen teil, darunter zahlreiche Vertreter:innen der Autonomiebehörden und der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD). Rûksen Mihemed, Sprecherin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ), war ebenso vertreten wie eine Delegation der Kantonsverwaltung für Cizîrê, angeführt vom Ko-Vorsitzenden des Büros für Migration und Geflüchtete, Şêxmûs Ehmed.

Appelle für Gleichheit, Gerechtigkeit und Dialog

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Heba Assia, Vertreterin der Assyrischen Demokratischen Partei, die Bedeutung des Festes für alle Bevölkerungsgruppen Syriens: „Wir erneuern unser Bekenntnis zu einem zivilen und demokratischen Staat, der alle gesellschaftlichen Gruppen anerkennt und Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für alle garantiert. Frieden und Stabilität in Syrien können nur durch nationalen Dialog erreicht werden.“

Auch Nabil Oshana, Mitglied des Dachverbands der demokratischen Suryoye-Organisationen in der Region, warnte vor ausgrenzender Politik: „Einseitige und nachlässige Strategien werden keine Einheit für Syrien schaffen – im Gegenteil, sie erzeugen neue Formen von Unterdrückung.“

Kulturelle Beiträge zum Fest

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten verschiedene Jugend- und Kulturgruppen traditionelle Musik und Tanz. Auftritte gab es unter anderem von der Assyrischen Jugendunion, der Jugend der Assyrischen Demokratischen Partei, dem Chor Abdul Masih Qorashi und von jungen Künstler:innen der Elias Hanna-Stiftung für Kinder

Neujahrsfest Akitu

Das Akitu-Fest gilt nicht nur als religiöses und kulturelles Neujahrsfest der assyrischen, aramäische und chaldäischen Gemeinschaften, sondern auch als Symbol für Vielfalt, Widerstandsfähigkeit und den Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben aller Volksgruppen in der Region. Weitere Feiern gab es neben Til Temir auch in Tirbespiyê und Dêrik.