Der Marsch, organisiert vom Jugendrat der DEM-Partei, begann am Dienstag in Amed (tr. Diyarbakır) und steht unter dem Motto: „Mit einer demokratischen Gesellschaft zur Freiheit“. Das Ziel der Reise ist das kurdische Dorf Amara bei Xelfetî (tr. Halfeti) in der Provinz Riha (Urfa), in dem Abdullah Öcalan geboren wurde. Der Marsch soll am Freitag, dem 76. Geburtstag des kurdischen Vordenkers, enden.
„Wir demonstrieren für unseren Ideengeber“
Die Teilnehmenden betonten, dass sie sich auf den Weg gemacht haben, um für die Freiheit von Abdullah Öcalan zu kämpfen. Fulya Taştan, eine der jungen Aktivist:innen, erklärte: „Wir demonstrieren für unseren Ideengeber. Wir werden die ganze Strecke bis nach Amara laufen. Unser einziges Ziel ist es, die Freiheit für Apo zu fordern. Es gibt Hunderttausende von kurdischen Jugendlichen, die nach dem Aufruf unseres Vordenkers aufgestanden sind. Wir werden alles tun, was notwendig ist, um ihn zu befreien.“
Der Marsch ist nicht nur ein politisches Zeichen, sondern auch Ausdruck der Entschlossenheit der jungen Generation, die Freiheit von Abdullah Öcalan zu erlangen. Can Polat Güran, ein weiterer Teilnehmer, erklärte: „Dieser Marsch ist für Apo. Wir sind auf der Straße, um für seine physische Freiheit zu kämpfen. Wir stehen hinter seinem Aufruf und laden alle Jugendlichen ein, nach Amara zu kommen. Trotz aller Hindernisse werden wir unsere Demonstration bis zum Ende führen.“
„Wir gehen in Richtung Freiheit“
Avesta Ateş, eine junge Teilnehmerin, äußerte ihre große Aufregung und Hoffnung: „Ich kann es kaum erwarten, nach Amara zu kommen. Dieser Marsch ist nicht nur eine Reise – es ist ein Symbol des Widerstands und der Hoffnung. Wir wollen die Freiheit unseres Repräsentanten im Rahmen des Friedensprozesses. Wir haben unseren Blick auf die Sonne gerichtet und gehen in Richtung Freiheit und Amara.“
Erster Tag: Große Solidarität und Unterstützung
Der erste Tag des Marsches begann am Dienstag in Amed mit einer großen Menschenansammlung. Die Teilnehmer:innen machten sich von dort aus in Richtung Riha auf den Weg. Viele trugen Transparente mit Botschaften wie „Frauen und Jugendliche sind die Beschützerinnen von Apo“ und „Sein Geburtstag ist der Tag der Wiedergeburt des kurdischen Volkes“. Während des Laufens wurden immer wieder Slogans gerufen, darunter „Rojbûna te pîroz be, ey Serok Apo“ (dt: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Apo) und „Die Jugend ist die Verehrerin von Apo“.
Als die Gruppe den Stadtteil Sêwreg (Siverek) erreichte, wurden sie von einer begeisterten Menge empfangen, die sie mit Rufen und Applaus willkommen hieß. Der erste Tag des Marsches endete mit einer symbolischen Geste: Tauben wurden in den Himmel freigelassen, während die Teilnehmer:innen „Grüße, Grüße, tausend Grüße an Imrali“ riefen, in Anspielung auf Öcalans Haftort.
Politische Dimension des Marsches
Der Marsch hat nicht nur eine symbolische Bedeutung für die Befreiung von Abdullah Öcalan, sondern ist auch Ausdruck eines politischen Widerstandes, der in der kurdischen Jugend stark verwurzelt ist. Die Forderung nach der physischen Freiheit Öcalans ist untrennbar mit der Vision einer freien und demokratischen Gesellschaft verbunden, die von vielen der Teilnehmenden als zentral für den kurdischen Befreiungskampf angesehen wird.
Die Teilnehmer:innen betonen, dass ihre Bewegung nicht nur für die Freiheit eines Einzelnen kämpft, sondern für die Rechte der gesamten kurdischen Gemeinschaft, die noch immer mit politischen und gesellschaftlichen Einschränkungen zu kämpfen hat. Der Marsch ist damit auch eine Form der Solidarität mit denjenigen, die in der Region unterdrückt werden und die Freiheit von Abdullah Öcalan als Schlüssel zur Lösung der kurdischen Frage betrachten.
Die Demonstration wird auch von internationalen Beobachter:innen begleitet, da sie die fortdauernde politische und gesellschaftliche Relevanz von Abdullah Öcalan und den kurdischen Freiheitsbewegungen unterstreicht.