USA: Antirassistischer Aktivist von Polizei erschossen

Der antifaschistische Aktivist Willem Van Spronsen wurde vorgestern in Tacoma von der Polizei erschossen, als er eine militante Aktion gegen ein Gefangenenlager für Schutzsuchende durchführte.

Die rassistische Internierungspolitik der Trump-Regierung gegenüber Schutzsuchenden führt zu vielfältigen Widerstandsaktionen. Der Anarchist Willem Van Spronsen führte am Samstagmorgen eine Aktion gegen das Abschiebelager in Tacoma auf der Vashon-Insel im Bundesstaat Washington durch. Dabei wurde er von der Polizei erschossen. Spronsen hatte versucht, Busse, mit denen Schutzsuchende in das Internierungslager oder zur Abschiebung gebracht werden, mit Molotow-Cocktails in Brand zu setzen. Unter anderem die Tatsache, dass vier Polizisten ihre Magazine bei der Erschießung des Aktivisten leer feuerten, deutet auf eine extralegale Hinrichtung hin.

Das Protestnetzwerk La Resistenza erklärte dazu: „Herr Van Spronsen versuchte offenbar die Abschiebebusse in Brand zu setzen, als er erschossen wurde. Seine Handlungen spiegeln das traurige Ausmaß der Verzweiflung wider, dass die Menschen in diesem Land über die empörende Gewalt der Regierung gegen Einwander*innen empfinden. Migrant*innen, die sowohl derzeit in den USA leben als auch Asyl suchen, werden in Lager und Käfige gesperrt. Dieser Tod resultiert aus der mangelnden Reaktion der Bundesregierung auf die Wut und Verzweiflung, die die Menschen bei den Schrecken empfinden, die sich sowohl an der Grenze als auch im Inneren abspielen, und aus der Unfähigkeit der Beamten zu deeskalieren, anstatt zu töten.“

Spronsen hatte am 13. Juli 2019 ein Manifest veröffentlicht. In diesem heißt es: „Es gibt falsch und richtig – es ist nun Zeit, sich gegen die Kräfte des Schlechten in Bewegung zu setzen.“ Spronsen ging in seinem Text auch auf die Frauenbefreiungseinheiten YPJ ein: „Ich bewahre mir meine Träume, ich glaube an die Liebe und die Befreiung. Ich glaube, dass wir gewinnen können. Ich bin sehr glücklich, ein Revolutionär zu sein. Wir sollten alle die Bilder der Heldinnen der YPJ betrachten, sollten wir denn dann zittern und denken, unsere Träume sind unmöglich?“ Er warnte vor dem Aufstieg des Faschismus und verurteilte aufs Schärfste, dass „wehrlose Menschen in Konzentrationslager gesperrt“ werden.