Verhetzende Flugblattaktion in Mönchengladbach

In Mönchengladbach wurden in mehreren Stadtvierteln großflächig verteilte Flugblätter mit verhetzendem Inhalt gegenüber kurdischen Organisationen festgestellt.

In Mönchengladbach wurden in mehreren Stadtvierteln großflächig verteilte Flugblätter mit verhetzendem Inhalt gegenüber kurdischen Organisationen wie der Partei der Demokratischen Einheit (PYD), der Arbeiter*innenpartei Kurdistan (PKK), den Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) und den Volksverteidigungseinheiten (YPG) festgestellt. In den insbesondere an Migrant*innen gerichteten aufwändig im Vierfarbdruck produzierten Flugblättern heißt es „Die Kurden sind sehr religiös und ein wahrhaft friedliches Volk. Die kurdischen Traditionen und die Familie sind stark bei ihnen. Demgegenüber sind die PKK, die PYD und die YPG ungläubige Organisationen ohne Ethik, welche die Traditionen und die Familie zurückweisen. Deswegen kann man die Kurden nicht mit der PKK gleichsetzen.“

Diese Flugblätter scheinen vor allem auch in Briefkästen von Schutzsuchenden aus Rojava verteilt worden zu sein. Omar Abdo, ein Kurde aus Rojava/Syrien erklärt: „Als ich vor zwei Tagen vom Markt nach Hause zurückkam, habe ich das Flugblatt gesehen. Zuerst dachte ich, das haben sie nur mir geschickt. Dann sah ich, dass sie es allen in diesem Viertel in die Briefkästen geworfen haben. Sie schreiben Dinge, welche die YPG/YPJ und kurdische Institutionen in den Dreck ziehen. Dabei wissen alle, der Kampf der Kurd*innen ist der Kampf der Menschheit. Sie führen einen Freiheitskampf gegen diese Terroristen.“

Omar Abdo fuhr fort: „Der Staat muss diejenigen finden, die das gemacht haben. Sie müssen diese ermitteln und uns schützen. Wir leben hier in einem freien und demokratischen Land. Wir wollen hier ohne Schwierigkeiten leben. Aber sie lassen und nicht in Ruhe.“

Die Schreiben erinnern in Stil und Duktus deutlich an die Sprache islamistischer AKP-Kreise. Eine Verbindung mit entsprechenden Kampagnen des türkischen Geheimdienst MIT ist wahrscheinlich.