PKK: Das, was für Efrîn zu tun ist, muss jetzt geschehen

In einer Botschaft des Exekutivrates der Arbeiter*innenpartei Kurdistans zum Widerstand von Efrîn und dem bevorstehenden Newroz heißt es: „Was für Freiheit und Demokratie zu tun ist, muss jetzt getan werden.“

Der Exekutivrat der Arbeiter*innenpartei Kurdistans PKK hat in einer schriftlichen Erklärung mitgeteilt, dass das 2631. Newroz das Jahr des Sieges sein wird. Hinsichtlich der invasiven Angriffe des türkischen Staates auf Efrîn heißt es in der Erklärung: „Die Bevölkerung von Efrîn und seine Kämpfer*innen haben ihre Aufgaben erfolgreich erfüllt. Jetzt ist es an der Zeit, dass alle anderen ihren Beitrag leisten.”

Im Folgenden geben wir die Erklärung des PKK-Exekutivrates wieder:

„In diesem Jahr begegnen wir als Bewegung und als Volk dem Newrozfest, dem Fest des Widerstands, der Einheit und der Freiheit, indem wir den historischen Widerstand von Efrîn gegen die invasiven Angriffe des kolonialistisch-genozidalen Faschismus der Türkei noch weiter festigen. Das diesjährige 2631. Newroz wird zum Newroz des Widerstandes von Efrîn. An allen Fronten leistet die Bevölkerung gemeinsam mit ihren Kämpfer*innen einen historischen, heroischen Befreiungskampf. Seit zwei Monaten weichen Kurd*innen in allen vier Teilen Kurdistans und im Ausland gemeinsam mit demokratischen Kräften nicht von den Straßen, um aus Solidarität mit Efrîn überall die Plätze zu füllen.

Im Zuge dessen ist überall Efrîn, und überall ist Widerstand. Im Widerstand von Efrîn offenbart uns das diesjährige Newroz seine wahre Bedeutung.

Wir begrüßen den Widerstand

Auf dieser Grundlage begrüßen wir zunächst den historischen Freiheitskampf von Efrîn, durch den jeder Tag zu Newroz wird, und feiern das Newroz unserer heldenhaften Bevölkerung, den Kommandant*innen und Kämpfer*innen der Volksverteidigungseinheiten YPG, der Frauenverteidigungseinheiten YPJ, der Demokratischen Kräften Syriens QSD und aller Menschen, die für den Widerstand von Efrîn auf die Straßen gezogen sind und ihre Unterstützung geleistet haben. Im Angesicht von Avesta Xabûr gedenken wir all den Gefallenen mit Respekt, die im Widerstand von Efrîn ihr Leben gelassen haben. Seit zwei Monaten siegt der Widerstand von Efrîn Tag für Tag. Wir glauben daran, dass dieser Widerstand auch am Ende gewinnen und letztendlich die Realität des 21. Jahrhunderts bestimmen wird. Wir wünschen allen Widerstand leistenden überragenden Erfolg.

Das Jahr des 2631. Newroz wird das Jahr des Kampfes und des Sieges

Wir wünschen all unseren Genoss*innen, unserem patriotischen Volk, den revolutionären Kämpferinnen und Kämpfern, unserer Jugend, allen anderen Völkern, den revolutionären und demokratischen Kräften, und insbesondere unserem Vorsitzenden Abdullah Öcalan alles Gute zum Newroz-Fest des Widerstands, der Einheit und der Freiheit und Erfolg im Kampf für Freiheit und Demokratie. Mit Respekt und in tiefer Verbundenheit gedenken wir unseren Nationalhelden Mazlum Doğan und Mahsum Korkmaz, den Newroz-Gefallenen Zekiye, Rahşan, Ronahî, Bêrîvan, Sema und dem Genossen Çiyager und allen anderen, die für die Freiheit gefallen sind. Unsere Erinnerungen an sie leben in unserem Kampf für Freiheit weiter. Wir erklären, dass das Jahr des 2631. Newroz das Jahr eines großen und bedeutenden Kampfes und Sieges sein wird.

Die Gräber der Tyrannen wie es einst Dehak war, werden freigeschaufelt

Wir sind nicht überrascht, dass der Faschismus der Republik Türkei, der seit Beginn Völkermorde an unserer Bevölkerung betreibt, heute Efrîn angreift, Efrîn zerstört, neue Massaker verübt, Efrîn mit Angriffen mittels Panzern, Kanonen und Flugzeugen überfällt und den Versuch wagt, die Kurd*innen Efrîns auf Basis seiner rassenfanatischen Identität zu vernichten. Das, was diese Kraft seit einem Jahrhundert in Amed, in Serhat, in Dersim, Botan, Mêrdîn, Mereş und Colemêrg vollbringt, betreibt sie nun auch in Efrîn. Diese Kraft handelt nach ihrer faschistischen, kolonialistischen und rassenfanatischen Identität. Dieses Handeln deuten wir nur zu gut und widersetzen uns dem als Volk seit einem Jahrhundert, auch wenn es bedeutet, Tausende Menschen zu verlieren.

Jetzt im Moment widersetzt sich dem unser Volk von Efrîn. Die Gräber der Tyrannen dieser Tage, wie es einst Dehak war, werden freigeschaufelt. Bereits in diesem Augenblick ist klar, dass das gesamte kurdische Volk im neuen Newroz-Jahr den Kampf für Freiheit ins Ziel tragen und die faschistische AKP/MHP-Diktatur begraben wird.

Efrîn hat die Realität der heutigen Welt enthüllt

Wir verstehen die genozidale, türkische Diktatur, die die Welt seit einem Jahrhundert auf Basis von Kriegen und Völkermorden mit ihrer faschistischen Geisteshaltung und Politik plagt. Schwer begreiflich ist jedoch die Tatsache, dass sich die gegenwärtigen Weltmächte, die sich als demokratisch bezeichnen, so tolerant gegenüber diesem Faschismus zeigen. Denn in Sichtweise aller führt der türkische Faschismus einen Besatzungskrieg gegen Efrîn. In Sichtweise aller wird die Bevölkerung Efrîns mit Kampfflugzeugen und Artillerie der türkischen Republik massakriert. Das faschistische Oberhaupt der Türkei, Tayyip Erdoğan, rühmt sich jeden Tag damit, was er in Efrîn tut. Es gibt keine Zweifel daran, dass die faschistische AKP/MHP-Diktatur ohne Zustimmung und Unterstützung durch die Vereinten Nationen, die USA, die NATO, die EU, Russland, Iran und des Assad-Regimes diese Angriffe und Völkermordspraktiken weder durchführen, noch die Menschheit in solch einem Ausmaß wie sie es tut, verspotten könnte.

Klar und deutlich wird auch, dass der historische Widerstand von Efrîn ein weiteres Mal die Realität der heutigen Welt ins rechte Licht gerückt hat und die Mittäterschaft derjenigen entlarvt, die das Verbrechen eines Völkermordes begehen. Aus der Perspektive des Widerstandes von Efrîn betrachtet sehen wir, dass die Menschheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine wahrhaftige Prüfung durchlebt. An dieser Stelle beschränken wir uns auf den Hinweis, dass diejenigen, die den Völkermord der türkischen Republik in Efrîn dulden, ihn unterstützen und Stillschweigen darüber bewahren, ihre Haltung revidieren sollten. Denn was gestern der Angriff des Islamischen Staates auf Kobanê war, ist heute der Angriff des türkischen Staates auf Efrîn. Das, was die Kräfte der YPG und YPJ gestern gegen den IS taten, leisten sie heute gegen die Streitkräfte der türkischen Republik.

Das, was zu tun ist, muss jetzt geschehen

Sehr deutlich ist auch, dass der kolonialistisch-rassenfanatische Faschismus der türkischen Republik seine Angriffe nicht nur auf die Bevölkerung von Efrîn beschränkt. Ein Angriff auf Efrîn ist auch ein Angriff auf das gesamte kurdische Volk, alle anderen Völker, auf die internationalen demokratischen Kräfte und auf die Menschheit. Daher leisten die Kräfte, die heute Efrîn verteidigen, nicht nur einen Widerstand um Efrîn zu schützen und zu befreien. Sie leisten diesen Widerstand, um ganz Kurdistan, den Mittleren Osten und die gesamte Menschheit zu verteidigen. Mit der Befreiung Kurdistans und der Demokratisierung des Mittleren Ostens versuchen die Verteidiger*innen von Efrîn, das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert von Freiheit und Demokratie zu entfalten. Sie bemühen sich auf Grundlage des Prinzips des demokratischen Konföderalismus des Vorsitzenden Abdullah Öcalans, den Traum einer freien und demokratischen Welt zu verwirklichen. Sie bringen in der heutigen Welt die freiheitliche Realität des historischen Widerstandes von Newroz voll zur Geltung. Sie zeigen damit, dass es in der Welt der Unterdrücker neben den neuen Despoten, wie Dehak es war, in der freiheitlichen Welt auch neue Schmiede gibt. Solche, wie es einst der Schmied Kawa war.

Von solch einem großen und bedeutungsvollen Widerstand kann man nichts anderes tun, als sich inspirieren lassen. Wenn man tatsächlich ein konsequentes Verhalten an den Tag legt, so kann man nichts anderes tun als die Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu übernehmen, die dieser Widerstand einem auferlegt. Das Volk von Efrîn und die Kräfte des Widerstandes, die sich zwei Monate lang gegen die brutalen Angriffe und Massaker zur Wehr gesetzt haben, sind ihren Pflichten nachgekommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass alle anderen überall ihre Aufgaben erfüllen. Was für Freiheit und Demokratie zu tun ist, muss jetzt getan werden. Es ist an der Zeit, dass sich die gesamte Menschheit unter dem Motto ‚Überall ist Efrîn, überall ist Widerstand‘ erhebt. Den Befreiungskampf in Efrîn und Rojava mit neuen Methoden und Formen fortzuführen und zu vertiefen, den Widerstand auf ganz Kurdistan, insbesondere auf Bakur [Nordkurdistan] und Başûr [Südkurdistan] auszudehnen und ihn in Europa und der restlichen Welt aktiv unterstützen, wird die faschistisch-rassenfanatischen Angriffe brechen und den Kampf für Freiheit und Demokratie zum Sieg tragen. Insbesondere eine revolutionäre Bakur-Offensive, die sich auf dieser Grundlage entwickelt, wird die faschistische AKP/MHP-Diktatur, die die gesamte Menschheit plagt, zerschlagen und die Türkei und den Mittleren Osten demokratisieren.

In diesem Sinne begrüßen wir ein weiteres Mal den historischen Widerstand von Efrîn, wünschen unserem Vorsitzenden Abdullah Öcalan, allen Kämpfer*innen Efrîns und allen anderen ein frohes Newroz. Denen, die im Angesicht der faschistischen Angriffe schweigen, haben wir lediglich zu sagen: ‚Hört auf zu schweigen, denn wenn ihr weiterhin schweigt, kommt ihr selbst an die Reihe‘. Alle anderen rufen wir dazu auf, die Besatzung der faschistischen Republik Türkei zu brechen und für die Freiheit von Efrîn und die Freiheit der gesamten Welt zu siegen.“