Verhüllungszwang für Frauen in Efrîn

Wie von der Frauennachrichtenagentur JinNews veröffentlichte Fotos aus Efrîn zeigen, werden Frauen im gesamten Kanton inzwischen dazu gezwungen, sich in schwarze Tücher zu verhüllen.

Die Angriffe auf Frauen in dem von der Türkei und salafistischen Hilfstruppen besetzten Kanton Efrîn werden täglich weiter verschärft. Die IS-Mentalität hat neuen Lebensraum gefunden.

Wie bereits berichtet, können Frauen ohne Gesamtkörperverhüllung und männliche Begleitung nicht mehr das Haus verlassen. Laut Quellen aus Efrîn ist der Schleierzwang inzwischen im gesamten Kanton durchgesetzt worden. Videoaufnahmen per Telefon sind in der Stadt verboten. Es wurden Fälle bekannt, in denen Telefone von salafistischen Milizionären zerstört oder beschlagnahmt worden sind.

Aus dem Stadtviertel Mahmudiye wurde berichtet, dass Kinder zum Koranunterricht in der Moschee gezwungen werden. Kleinen Mädchen wird das Haar verhüllt und sie dürfen sich nicht im selben Raum wie die Jungen aufhalten.

Schicksal verschleppter Frauen ungewiss

Seit der Besetzung des Stadtzentrums am 18. März sind viele Frauen entführt oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt worden. Der letzte bekannt gewordene Fall ist Hatice, die vor einer Woche im Stadtteil Eşrefiye von Milizionären entführt wurde und seitdem verschwunden ist. Im selben Viertel sind auch zwei Frauen und vier Männer aus der Familie Hemdan verschleppt worden. Über ihren Verbleib gibt es keine Informationen.

Auch Nazlı aus dem Dorf Kaxrê ist von Milizionären vergewaltigt und verschleppt worden. Lokale Quellen berichten, dass sie schwer gefoltert wurde. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

Emine Xelil Hesen und Kefir Romeli (64) sind am 12. April im Zentrum Efrîns mit unbekanntem Ziel verschleppt worden. Im Dorf Memala in Raco sind Hanife Yusuf und Remziye entführt worden.

Im Bezirk Mabata wurde Azime verschleppt. Azime war Mitglied im Volksrat. Unbestätigten Angaben zufolge wurde sie an die Grenze zur Türkei gebracht und verhaftet.

15 Leichname gefunden

Es gebe noch unzählige weitere Menschen, die sich in den Händen der Milizen befänden, so die lokalen Quellen, die außerdem von bisher 15 Leichenfunden berichten. In der vergangenen Woche wurden im Dorf Derbelut in Cindirês eine Ausgangssperre erlassen und weitere Truppen in die Region verlegt. Im Dorf Atmana wurden Privatfahrzeuge beschlagnahmt.

Heilige ezidische Stätten zerstört

Im Dorf Basifan wurden heilige ezidische Stätten zerstört und an ihrer Stelle mit dem Bau von Moscheen begonnen. Eziden werden zum Moscheebesuch zwangsverpflichtet.