IS-Gouverneur von Raqqa gefasst

Bei der am Mittwoch gestarteten Operation gegen islamistische Strukturen in Nordsyrien sind über siebzig mutmaßliche IS-Mitglieder gefasst worden, darunter auch der IS-Gouverneur von Raqqa. Die Offensive wird fortgesetzt.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben in den ersten Stunden der am Mittwoch gestarteten Operation gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) 68 mutmaßliche Islamisten gefasst, darunter den „Wali“ (Gouverneur) von Raqqa. Die Offensive findet als Antwort auf den Anschlag vom 26. Dezember 2022 statt, mit dem internierte Islamisten befreit werden sollten. Bei dem Anschlag kamen sechs Mitglieder der Sicherheitskräfte und der QSD ums Leben. Die aktuelle Operation trägt den Titel „Vergeltung für die Gefallenen von Raqqa" und wird in Zusammenarbeit der QSD und der inneren Sicherheitskräfte (Asayîş) mit Luftunterstützung der internationalen Koalition gegen den IS durchgeführt.


Wie das Medien- und Kommunikationszentrum der QSD mitteilt, war der gefasste „Wali“ für die Leitung von IS-Zellen zuständig, einschließlich des sogenannten Bataillons „Khalid bin Al-Walid“, das im Dezember den Anschlag auf das Zentrum der Sicherheitskräfte im Stadtteil Al-Dariya in Raqqa verübt hat. Die festgenommenen Terroristen hätten sich in Wohngebieten und Bauernhöfen versteckt, so die QSD. Einer der Festgenommenen, Atallah al-Maythan, habe bereits gestanden, an der Planung, Leitung und Finanzierung von Terroranschlägen beteiligt gewesen zu sein und die Kommunikation zwischen IS-Zellen ermöglicht zu haben.

Die Operation wird auch heute in der Umgebung von Raqqa fortgesetzt. Nach Angaben der QSD werden Gebiete in al-Karamah, 20 Kilometer östlich von Raqqa, in al-Mansoura westlich der Stadt, sowie in al-Jarniyah und Sirrîn südlich von Kobanê nach Verstecken des IS durchsucht. Bisher seien acht Verdächtige festgenommen worden. Zwei Personen hätten versucht, in ein Gebiet außerhalb der Kontrolle der QSD auf der anderen Seite des Euphrat zu fliehen, nachdem sie auf die Operationskräfte geschossen hatten. Es gebe keine Verletzten.

Die QSD erklären, dass die Operation darauf abziele, „die terroristischen Zellen und ihre gefährlichen Agenten ins Visier zu nehmen, die Kommunikationskanäle zwischen ihnen zu zerstören, ihre potenziellen Verstecke zu vernichten und das Umfeld auszutrocknen, das ihnen den Weg ebnet, insbesondere die Vermittler und Rekrutierungsnetzwerke“.